Im folgenden stelle ich meine Schlussfolgerungen anhand eines MVZ mit Angestellten dar – was auch die Zukunft sein wird. Veränderungen im Bereich regionale Oligopole und Monopole, bei kommunalen und kirchlichen Krankenhäusern, sowie bei Gruppen wie Helios – mit unterschiedlichen Strukturen. Was sich jetzt umsetzen lässt: Kommunen bekommen ab Herbst die Genehmigung, als Träger der fach- und hausärztlichen Versorgung aufzutreten. Bislang hatten Krankenhaus und Kommunen die Aufgabe, die Daseinsversorgung im Alltag zu organisieren, wenn der Patient krank ist. Die ambulante Versorgung war in den Händen der niedergelassenen Ärzte. Jetzt besteht die Möglichkeit für Kommunen ein MVZ zu betreiben mit Angestellten. Träger, der nicht nur die Facharztebene zu versorgen hat, sondern auch noch die Hausarztebene.

 

Auf Hausarztebene entsteht Zukunftsfähigkeit über sich langsam neu bildende („leading from the emerging future“) Strukturen. 40 Hausärzte als Zuweiser für Orthopäden. Innerhalb von 10 Jahren werden die Hälfte der Zuweiser weg sein. Statt 2400 Hausärzte die jedes Jahr abgeben, haben wir nur noch 1200, die Fachprüfung machen. Es fehlen 50% – das ist die erste Aufgabe. Von den 1200 werden noch mal 300 zur AOK, Pharma und Gesundheitsämtern gehen. Zur Verfügung stehen 33%, davon sind 60% Frauen (540), die 20 Stunden pro Woche zur Verfügung stellen – als Angestellte. Wir haben überhaupt keine Erfahrung mit Angestellten in diesem Sektor. Die Hälfte der Ärzte, die 60 h pro Woche zur Verfügung gestellt haben, müssen substituiert werden mit Frauen, die 20 h pro Woche zur Verfügung stellen. Die 40% Männer müssen um 17 Uhr zu Hause sein.

 

Die gesellschaftliche Aufgabe liegt in der Fläche (nicht in den Mittel- und Oberzentren), weil da kein Arzt mehr hingehen möchte, weil der Raum als defizitärer Raum angesehen wird. Das Zentrum hingegen gilt als erotisch. Der politische Druck ist groß auf die bestehenden Strukturen.

 

Illusion oder Simulation? Was hat es für Auswirkungen auf 2020, was ich heute tue oder nicht tue? Zahlen für Bayern und Baden Württemberg sind vorhanden. Wir müssen ein Modell simulieren, wie sich die Übrig Gebliebenen organisieren. Die Mehrzahl der Hausärzte haben 700 Scheine, Mittelwert 1000, die großen Hausarztpraxen haben hingegen 1500 bis 2000 Scheine. Wir haben Leistungs-unterschiede von bis zu 400% in der gleichen Gruppe.

Wir brauchen Kennzahlen und die richtige Denkweise für den Change Management Prozess. Wir müssen erkennen, dass wir in eine Wertedebatte kommen, die wir so ansprechen müssen, dass eine Offenheit entsteht.

 

Es könnte sein, dass Fachärzte sagen: „wir unterstützen Organisationsprozesse, denn der Gesetzgeber hat vor, ab Herbst ein MVZ auf der Basis eine Fachrichtung zu gehen.“

Wer in Zukunft die sich konzentrierende Hausarztstruktur beherrscht, der beherrscht Apotheken, Seniorenresidenzen, die Wahlen der Bürgermeister, aber auch die konservativ und operativ tätigen Fachärzte und die Krankenhäuser. Die Grundversorgung ist eine Aufgabe der sozialen Daseinsversorgung und nicht mehr der Ärzte selbst. Mit Hilfe von ZFI die entsprechenden Schlussfolgerungen ziehen.