Werte haben mit Sicherheit Einfluss auf den Unternehmens Wert Mensch und damit auf den Unternehmenserfolg. Das Wort „Werte“ kommt aus dem Lateinischen „virtus“ (Kraftquelle). „Virtue“ im Engl. bedeutet Gesundheit. Der griechische Philosoph Platon selbst unterscheidet vier Werte. Erstens die Gerechtigkeit „justizia“. Der Mensch in einer leistungsorientierten Organisation sollte sich selbst wertschätzen. Zweitens fragt Platon nach Tapferkeit statt Anpassung. Tapferkeit ist ein Synonym für „Verantwortung übernehmen“, „den Kopf hinhalten“.  Drittens nennt Platon die Mäßigkeit „mensura“. Mit welchem Maß messe ich mich selber? Muss ich immer cool sein? Woraus schöpfe ich meine Kraft? Resultiert der „Burnout“ wegen zu viel Arbeit? Nein, wegen Perfektionismus und weil die Erwartungen aller erfüllt werden wollen. Gefragt sind deshalb Ruhezeiten, Pausen am Arbeitsplatz, um neue Energie auftanken zu können. Die Griechen unterscheiden zwischen „Chronos“ (die allgemeine Zeit) und „Kairos“, den richtigen Zeitpunkt. Damit ist gemeint, dass die Mitarbeiter im richtigen Rhythmus arbeiten, nie länger als eine halbe Stunde ein Thema behandeln usw. Rituale schaffen eine heilige Zeit. Eine Allgemeinarztpraxis startet jeden Morgen um 7 Uhr mit der Arbeit. Jeden Morgen um halb neun nehmen Arzt und Arzthelferinnen ein gemeinsames Frühstück, bei dem alle für den Tag wichtigen Informationen ausgetauscht werden. Heilig kommt von „hagios“, was so viel bedeutet wie „behaglich“, „geborgen“.

 

„Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen.“

Seneca

 

Viertens nennt Platon die Klugheit. Darunter versteht er die Befähigung das Richtige zu tun, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Keine Entscheidung zu treffen ist das Schlechteste.

 

Daneben seien noch kurz die drei christlichen Grundwerte Glaube, Hoffnung und Liebe genannt. Was haben diese mit dem Geschäftserfolg zu tun?

 

Glaube drückt sich aus in der Beziehung zum Mitarbeiter und Vorgesetzten. Wie spricht der Mitarbeiter über seine Kollegen und Leiter? Unsere Sprache verrät uns, ob wir glauben oder nicht.  Welches Haus bauen wir mit unserer Sprache? Die Sprache des Mitarbeiters hat Auswirkungen auf die Unternehmenskultur und damit auf den Unternehmenserfolg.

 

Hoffnung: Ohne Hoffnung keine Zukunftsfähigkeit. Die Erwartung kann immer enttäuscht werden, die Hoffnung kann auf den Anderen warten.

 

„Hölle ist, wo keine Hoffnung“

Dante Allegieri

 

Wo Vertrauen ist, kann etwas wachsen. Wie kann Vertrauen in einer Organisation zwischen Menschen wieder hergestellt werden? Der Mensch, der einen Rat sucht, muss dem Ratgeber vertrauen. Vertrauen heißt keinen Streit, sondern Frieden schaffen.

 

Liebe – vom griechischen „liob“ was so viel bedeutet wie „loben“, „wohlwollend umgehen“ – ist die Kraftquelle schlechthin. Daraus resultiert möglicherweise die Einstellung: „Die Tagung mag schwierig werden, aber ich mag die Menschen.“ Liebe gibt Energie und nimmt sie eben nicht. Meist merken die Kollegen oder die Kunden, ob ich sie liebe oder nicht.

 

ZFI Gesundheit hinterfragt, ob die Werte in einer Organisation gerade im Gesundheitswesen, wo der Mensch von vornherein im Mittelpunkt steht, nicht nur intellektuell vertreten, sondern auch gelebt werden.